BRU-Magazin Heft 58 (2013)

Heft 58 (2013)Soziale GERECHTIGKEIT

Editorial

            Liebe Leserinnen und Leser,

            »Markencheck im WDR« oder »Ausgeliefert! Leiharbeit bei amazon« haben es zur besten Sendezeit ins Fernsehen geschafft. Ich bin sensibel geworden und empöre mich. Wieder ist eine Fabrik in Bangladesch, die zu Hungerlöhnen und unter miserablen Bedingungen preiswert Kleidung herstellte, eingestürzt. Ich bin sensibel geworden und empöre mich. Ich weiß, dass mein Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen und Energie in Deutschland nicht global verträglich ist. Mein Lebensstil ist nicht globalisierbar. Ich bin sensibel geworden und bleibe ratlos.
            Ratlos, weil mir der Widerspruch so bewusst ist zwischen meiner Einsicht und den Entscheidungen, die wirkliche Veränderungen einleiten. Ich ahne, dass es nicht ausreicht, als Einzelne bewusst einzukaufen, Verkäufer mit den Fragen nach der Herkunft von Produkten zu löchern, einen Weg durch den »Produktsiegel-Dschungel« zu suchen und mehr Fahrrad zu fahren. Ich ahne, dass mehr passieren muss. Es braucht gesamtwirtschaftliche Entscheidungen und die Erkenntnis:
            Wenn das globale Gemeinwohl nicht gesichert werden kann, geht es allen schlechter.

            Deshalb hat mich das Motto des diesjährigen Kirchentages in Hamburg stark angesprochen: Soviel du brauchst. Da ging es sicher auch um mein individuelles Leben und meine persönlichen Entscheidungen über meinen Lebensstil.
            Aber da war auch das »Wir«, das gemeinsame Nachdenken, Erfahrungen austauschen, Ideen entwickeln, sich gemeinsam trauen zu denken, wie die Chancen auf ein würdiges Leben in der Welt gerecht verteilt werden können.
            Und da war Hoffnung, die prophetische Vision, wie Gerechtigkeit und Solidarität aussehen kann. Folke Keden-Obrikat»Ich kann nicht unter mehr als einem Feigenbaum sitzen,« hat Bischof Nick Baines in seiner Predigt beim Abschlussgottesdienst des Kirchentages gesagt. Jemandem gerecht zu werden braucht den Blick der Liebe – auf andere und auf sich selbst.

            »Die Gerechtigkeit im biblischen Sinn hat ganz wache offene Augen für das, was ein Mensch braucht«, schreibt Ingo Baldermann in diesem Heft. Wie viel brauchst Du? Wie viel ist genug? Wie viel ist gerecht?
Machen wir uns mit unseren Schülerinnen und Schülern auf den Weg!

            Ihre Folke Keden-Obrikat

In dieser Ausgabe:

1     Editorial
       Folke Keden-Obrikat

       Titelthema
2     In Recht und Gerechtigkeit leben: Was schulden wir einander?
       Franz Segbers

6     Ansichtssache
       Das biblische Verständnis von Gerechtigkeit
       Ingo Baldermann

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       Unterrichtspraxis – Bausteine für den Unterricht
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8     Hauptsache preiswert?
       Verantwortung für die Produktion wahrnehmen – eine fächerüber-
       greifende Lernsituation
im Bildungsgang Industrie am Berufskolleg
       Folke Keden-Obrikat | Ulla von der Stein
11   M1.1  Hauptsache preiswert?
12   M1.2  Brief an »Handy-Profi«
13   M1.3  Brief an »Jeans-Profi«
+     M1.4 weitere Briefe: Kaffee-Profi, Papierprofi etc.
+     M1.5 Lehrerinfo: Materialien fächerübergreifende Lernsituation
+     M1.6 Checkliste: ethische Spielräume
+     M1.7 Bewertungsbogen Gruppenausstellung
+     M1.8 Feedback zur Lernsituation

14   Unser tägliches Brot gib uns heute
       Soziale Gerechtigkeit im Personalwesen
       Jasmin Schröter | Klaus Kimmerle
15   M2.1  Vermittlung von Arbeitskräften – einfach nur Routine?
16   M2.2  Arm und Reich – eine Frage der Entlohnung
+     Text zu M2.2: aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der
       Bundesregierung

17   M2.3  Gerechte Entlohnung
+     Arbeitsblatt zu M2.3: Was Arbeit wert ist.
       Reiche Manager, arme Krankenpfleger – ist das gerecht?

18   M2.4  Soll der Staat eingreifen?

19   Fair-Teilen – mit Lernjobs kompetenz-orientierte Lernprozesse
       im BRU gestalten
       Horst Kaufmann | Referendar/innen
22   M3.1  Lernjob 1: Faire Arbeit – fairer Lohn!?
+     zu M3.1: Lernjob "Faire Arbeit fairer Lohn"
24   M3.2  Lernjob 2: FAIRteilungsgeRECHTigkeit am Beispiel Wasser
+     zu M3.2: FAIRteilungsgeRECHTigkeit Wasser
+     M3.3 Arbeitsblätter "Fair-Halten" in der Schöpfung
+     M3.4 Arbeitsblätter "Fair-Netzen"
+     M3.5 Lernjob Soziale Nachhaltigkeit
+     M3.6 Checkliste Lernarrangement „Fair-Teilen“
+     M3.7 AO Fair-Teilen

26   Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen
       wie Jungen bessere Noten bekommen
       und Frauen eine steilere Karriere machen
       Annette Schäfer-Roth
28   M4.1  Lebenslauf unter unterschiedlichen Bedingungen?
                   – Gender-Gerechtigkeit
in unserer Gesellschaft
29   M4.2  Die Familiengeschichte der Hansens
                   –
oder: Lässt sich Ungerechtigkeit vermeiden?
+     M4.3 Zitatkarten

30   Was hat (m)ein Frühstück mit Gerechtigkeit zu tun?
       Überlegungen und Anregungen für die Arbeit mit einer »Anfor-
       derungssituation« im kompetenzorientierten Religionsunterricht
       Ulrich Kämmerer
+     Was hat (m)ein Frühstück mit Gerechtigkeit zu tun? Überlegungen
        und Anregungen für die Arbeit mit einer „Anforderungssituation“
        im kompetenzorientierten Religionsunterricht

32   Propheten – Mahner der Gerechtigkeit          
       Ina Schubart
33   M5.2  Eine eigene Prophetenrede
34   M5.1  Aufgaben zu Amos und seiner Zeit
35   M5.3  Fragebogen zum Unterrichtsthema Amos
+     M5.4 Materialien Amos

36    Vertretungsstunde »Gott ist gerecht, oder nicht?«
       Theologisieren, um Perspektiven zu wechseln 
       Martina Steinkühler
37   M6.1  Legebild: Was ist gerecht?
38   M6.2  Stationenkarten: Gott ist gerecht
39   M6.3  Aufgabenkarten: Gott ist gerecht

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       Wissenschaft + Forschung
40   Der BRU – Qualitätsentwicklung am Beispiel der Praxisausbildung
       von Religionspädagogen                                 

       Wilhelm Schwendemann | Jürgen Rausch
+     Literatur zum Artikel

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50   Bücher | Forum
       AufGelesen
      Martin Walser: Über Rechtfertigung, eine Versuchung
       Ina Schubart
      Niko Paech: Befreiung vom Überfluss
       Klaus Kimmerle
      John Hattie: Lernen sichtbar machen
       Annette Schäfer-Roth
      Jörgen Bruhn: Blicke hinter den Horizont
       Georg Wagensommer

52   Impressum
       Herausgeber | Trägerschaft | Redaktion | Bezugspreise | Vertrieb

U3  Spirituelle Momente
       Anything goes!?
       K. Peter Henn

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